Donnerstag, 30. Dezember 2010

Weihnachtsfest at its best

Weihnachten ist nun vorbei und wir hatten einige schöne Tage. Angefangen mit einem überdimensonalen BBQ am 23.12. Zu essen gab es Crayfisch (Languste), Bacon, Fleischküchen, Würstchen, Shrimps, Paua, Steak, gebackene Kartoffeln, gegrillte Riesenpilze, Nudelsalat, einen andere Art von Salat dessen Namen mir nicht bekannt ist und zu Trinken gab es Cider, drei verschiedene Sorten Bier (Tui, PB Export und Summit) und Weiß– wie auch Rotwein. Wir haben im Hinterhof der Pot-Shed zwei große Tische aufgestellt, soviel Stühle wie wir ausfindig machen konnten darum geschoben, den BBQ Grill angeschmissen und gegrillt was das Zeug hält!




Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk war der Besuch von Peter und seinem Vater Dirk. Nach dem wie schon erwähnten Schmaus haben wir bis in die Nachtstunden geredet und weitergetrunken. Im Vorfeld haben wir mit Andrew, dem Hostelbesitzer, ausgemacht, dass ein Jeder ein Geschenk kaufen soll. Das besagte Geschenk sollte nicht teurer als $10 sein. Kein Problem! Also haben wir nach dem Essen und dem Getrinke alle unsere Geschenke verpackt (teilweise auch in Servietten!!!) und unter unseren Plastikweihnachtsbaum gestellt. Nun saßen wir alle da: Peter und Dirk, Wilma und Marcus, Darius (unser WWOOFER), Anneli, Andrew sowie zu guter Letzt Fruzsi und ich. Die Geschenke wurden allerdings nicht einfach so verteilt, nein, es gab ein kleines Spiel dazu, dass wie folgt funktionierte:
Der Erste in der Reihe öffnet ein Geschenk. Der Zweite in der Reihe hat die Möglichkeit ein Neues Geschenk aufzumachen oder das Geschenk vom Ersten zu klauen. Wenn er klaut darf der Beklaute wieder ein neues Geschenk aufmachen, allerdings darf er sich nicht ein bereits von ihm geklautes Geschenk zurückklauen. So ging es also reihum bis jeder ein Geschenk hatte. Es wurde einiges geklaut, besonders die Toblerone war besonders beliebt. Am Ende bekam Fruzsi eine Packung Weihnachtstaschentücher mit einer Kerze, zwei kleine Schokoladentafeln und 2 Räucherkegel aus Deutschland. Von wem das Geschenk wohl kam.. Santa hatte für mich einen kleinen Kehrbesen mit Schaufel parat. Manche würden es die Niete der Geschenke bezeichnen aber ich finde es wird mir bestimmt nochmal nützlich sein auf meinen Reisen!

Am 24.12 sind wir (Fruzsi, Wilma, Marcus, Anneli und ich) mit zwei Autos in die Pelorus Sounds gefahren. Dort gab es einen netten Campingplatz mit direktem Zugang zum Wasser. Es war sehr windig und kühl. Leider gab es keinen Strand, aber einen wundervollen Steg und keinerlei Sandfliegen weit und breit, die einen sonst in den Wahnsinn treiben können!!! Gegen Abend haben wir das Essen zubereitet. Es gab Nudelsalat wie auch Würstchen vom Vortag. Dazu noch Hamburger und Toast und 2 Bleche Pizza. Kein Weihnachtsessen im traditionellen Sinne aber es war sehr sehr lecker. Da ebenso massig Bier, Wein und Cider vom Vortag über waren haben wir (wieder) getrunken. Zur Krönung habe ich mir eine Flasche Jack Daniels geschenkt. Die gibt´s hier nicht im Supermarkt wie bei uns, nein nein, dafür muss man in einen Schnapsladen (Liquorstore) fahren und ihn für $45,99 kaufen!!! Das sind umgerechnet ungefähr 26€!!! „Ja ist denn schon Weihnachten?“ habe ich mich gefragt. Ja, deshalb muss man sich auch mal was gönnen *zwinkert*

Als es dann Nacht wurde haben wir uns den Sternenhimmel angeschaut. Nicht vergleichbar mit dem Europäischen sage ich! Es gibt gefühlte Zweieinhalb Millionen mehr Sterne pro Quadratzentimeter hier zu sehen, geschweige denn von den Sternschnuppen von welchen ich in 10 Minuten mindestens 5 sehen durfte! Mir kam die Frage auf ob sich Neuseeländer auch bei jeder Sternschnuppe was wünschen dürfen, denn wenn ja, dann kommen sie aus dem Wünschen garnichtmehr raus!
Wir haben zum ersten Mal eine Nacht im Van verbracht! Ich kann nicht unbedingt sagen, dass es sehr bequem war aber von unbequem war es sehr weit weg. Problem ist nur die Luft die nach einiger Zeit sehr dünn und heiß werden kann. Aber alles in allem eine sehr schöne Erfahrung.

Am 25.12 sind wir nach einem spärlichen Frühstück bestehend aus Pizza, Toast den Archers track hoch gewandert. Nichts Besonderes leider. Das war auch der Grund wieso wir nach 45 Minuten einfach wieder umgedreht sind. Das und die plötzlichen 30°C die auf uns niedergeprasselt sind! Das hat uns (alle außer Fruzsi) dazu bewegt ins kühle Nass zu springen. Das Wasser war anfangs gefühlte -100°C kalt was sich zu unserem Glück aber nach einer Eingewöhnungsphase geändert hat.

Weihnachten mal anders *grins*

Eure Kiwis

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Frohe Weihnachten

Hallo miteinander!

Da es sehr gut sein kann, dass wir bis Weihnachten ausgebucht sind und aufgrund dessen nichtmehr ins I-Net kommen moechten wir euch schon im Voraus allen, wirklich allen die den Blog verfolgen ein froehliches Weihnachtsfest wuenschen!!! Wir tauschen Weihnachtsgans und -gebaeck durch Bier und Sandstrand aus... Bilder folgen so bald als moeglich!

In diesem Sinne nochmals: Frohe Weihnachten


Eure Kiwis

Donnerstag, 16. Dezember 2010

The Pot Shed die vierte.... Woche

Wir melden uns nach langer Zeit wieder zu Wort! Kurzer Überblick: Fruzsi arbeitet zur Zeit auf einer Kirschenplantage etwa 2 Kilometer von unserem Hostel und ich arbeite auf einem Weingut etwa 1 Kilometer entfernt. Peter hat uns wie geplant verlassen um mit seinem Vater die Lande unsicher zu machen. Derzeit sollten sie sich irgendwo südlich von Christchurch herumtreiben. Bevor er ging haben wir nochmal schön gegrillt und uns einige Bierchen zu Gemüte geführt. Die Erkenntnis des Abends: Wir waren alle miserable Bierball-Spieler…

Noch was: Nach vier Wochen deutscher Herrschaft im Hostel wurden wir heute von den Engländern überholt… Derzeit steht es Deutschland 4, England 5 was die Backpackeranzahl anbelangt. Kein Weltuntergang… dann kann ich eben ein paar Tommys mehr unter die Nase reiben, dass wir sie letzte Weltmeisterschaft vernichtet haben *fies grinst und Hände reibt*

Am Freitag nach der Arbeit haben wir, das wären Ben, ein Engläder der mit mir arbeitet, Charlie, mein Arbeitgeber wie auch eine Mitarbeiterin aus Norwegen und ich eine Weinprobe gemacht. Das Ende vom Lied war, dass wir zwischen 16 Uhr und 20:30 Uhr etwa jeder 1 ½ Flaschen Wein getrunken haben. Darunter Pinot Nior, Chardoney und Riesling. Wir waren alle gut angeheitert, nur der Engländer hats mal wieder übertrieben und war betrunken *augenroll*

Sonst gestalten wir unsere Freizeit mal mehr mal weniger abwechslungsreich. Wenn uns langweilig ist gehen wir angeln, uns sonnen am Strand, schwimmen am Fluss mit genialer Schwingrobe ins Wasser, bereiten ein gemütliches BBQ zu oder schauen einfach nur Fern.

Dazu sei gesagt, dass das neuseeländische Fernsehen genau wie das neuseeländische Radio zu 40% aus Werbung besteht… und der Rest ist auch nicht wirklich viel besser. Meistens läuft bei uns ESPN, da Robin (ein neuseeländischer Agrastudent der auch im Hostel verweilt) vernarrt in jegliche Sportart (er zählt auch Wrestling dazu) ist… hat auch seine guten Seiten, denn jetzt hab ich ein wenig mehr Ahnung von American-Football, Baseball, Rugby, Cricket und wie schon zuvor erwähnt… Wrestling… *grins*





Bald ist Weihnachten und wir freuen uns schon jetyt wie wild auf einen feuchtfroehlichen Tag am Strand!




Eure Kiwis

Dienstag, 23. November 2010

Fruzsi braucht Flips!

Ich ersuche euch die, die mir Erdnussflips schicken mögen!

Fruzsina Liptak (The Pot Shed)
198 Rapaura Road
Blenheim
New Zealand

Als Belohnung: Bild von einer glücklichen Fruzsi mit Flips!

Fruzsi :-D

Sonntag, 21. November 2010

Simon is it? Frussi, see easy!

Seit dem Fiasko auf dem Feld in Seddon am Dienstag haben wir uns erst einmal einen Tag Ruhe gegönnt und uns damit abgefunden, dass bud-rubbing nichts für uns ist. Weit gefehlt, denn am nächsten Tag meldete sich Andrew und meinte, wir dürften am Tag darauf bei einem Malaysier auf einer Vineyard nicht weit von hier anfangen. Er warnte uns vor, wie streng dieser Contractor sei und dass wir erst einmal ein paar Tage die Klappe halten, keine Fragen stellen und einfach nur schuften sollten. Oje oje!
Wir sind also mit den größten Horrorvorstellungen und Null-Bock-Einstellung am nächsten Morgen um 6:15 Uhr losgefahren. Wir mussten wieder bud rubben, doch diesmal für 4 cent pro Pflanze! Uns tat zwar immernoch alles weh, aber wir verdienten an dem Tag zusammen über 160 Dollar und gingen aufgrund der Hitze auch schon nach 6 Stunden wieder. Am Tag darauf habe ich mit 108 Dollar netto richtig abgesahnt, ka ching ka ching! Die Dollarzeichen sind nur so vor meinem geistigen Auge vorbeigerattert, als ich wie wild auf dem Feld stand und eine Reihe nach der anderen durchrubbte. Meine Knie fühlten sich allerdings auch 2 Tage lang an, als hätte man sie permanent mit einem Hammer bearbeitet. Insgesamt verdienten wir an diesem Tag zusammen über 200 Dollar! Samstags mussten und müssen wir auch arbeiten, und der heutige Sonntag stand auch zur Debatte doch zum Glück meldete er sich nicht denn: Seit gestern ist nicht mehr bud-rubbing angesagt, sondern Shoot thinning. Hierbei muss man sich vor die Pflanze stellen und die Sprossen von dem mittleren Stamm entfernen, und von dem Ast, der nach oben wächst jeden zweiten Spross entfernen. Hierfür gibt es 8 cent pro Pflanze, dafür dauert das aber auch länger. Wir waren aber die Langsamsten (das sagte uns unser Chef Sam) und hatten einen Stundenlohn von ~8 Dollar, bei 8 Stunden Arbeit… Deshalb hat er sich wohl nicht gemeldet, dass wir heute auch kommen sollen, es lohnt sich einfach nicht. Wir haben auch sehr oft Äste und Sprosse abgerissen, die man eigentlich für die Ernte hätte dran lassen müssen, ich hoffe nicht, dass wir dem Weinbauern seine 2010 Weinlese versaut haben, doch in unsere Reihen habe ich dauernd nur Simon und mich fluchen hören „Ah Fuck" „Scheiße" „Mist, das war die falsche" usw.
Ab Dienstag fängt es dann an mit wire liften (man hebt die Drähte an den Weinreben an). „I need strong guys for that, no good for Frussi" sagte er, was so viel heißt wie, dass das eher eine Männerarbeit sei, na wir werden sehen!
Jedenfalls ist dieser Sam sehr nett bisher, freundlich, und einfach ein netter Chef. Hoffentlich lässt er uns unsere Reihen nicht wiederholt durchgehen aufgrund zu vieler Fehler.
Mal schauen ob wir morgen arbeiten müssen, es regnet seit gestern immer wieder mal, das erste Mal seit 2 Wochen hier auf der Südinsel! Hoffentlich müssen wir bei Regen nicht arbeiten, doch am besten wäre ein schönes kühles Wetter bei dem es sich angenehm noch ein paar Bucks dazuverdienen lässt.

Fruzsi und Simon

PS: Wir muessen morgen nicht arbeiten, warum auch immer .. juchu :-/

Mittwoch, 17. November 2010

Two and a half cents

Gestern hatten wir unseren ersten Arbeitstag! Wooohooo, ich höre euch alle aufatmen und strahlen aber wait a minute ... irgendetwas stimmt da nicht .. Ich fange ganz von vorne an:

Vorgestern kam Andrew, unser netter Hostelleiter zu uns und meinte wir könnten am nächsten Tag morgens anfangen zu arbeiten, es wäre auf einem Weingarten, und wir müssten den Contractor vorher anrufen (contractor: ein Subunternehmer, der im Namen von vielen verschiedenen Weingärten Mitarbeiter sucht, und die Arbeiter pro Pflanze bezahlt, die Gehälter haben im Grunde nichts mit den Weingärten, auf denen man arbeitet, zu tun). Dieser Contractor war ein gefürchteter Feind: Mr. Singh, ein Inder, diese sind hier dafür bekannt, äußerst schlechten Lohn zu zahlen und wahre Sklaventreiber zu sein. Wir riefen ihn dennoch an und er teilte uns mit, dass wir uns am nächsten morgen um 6:45 am Info center der Stadt treffen sollen. Die Arbeit würde pro Pflanze bezahlt 2,5 cent, und es handele sich um Bud Rubbing (siehe vorherigen Post: .... bei der man durch die Reihen der Weinreben läuft und am Stamm wachsende Zweige abreist. Pro Tag muss man sich etwa 4000 mal bücken oder man robbt gleich auf seinen Knien durchs Feld). Wir sagten zu, und nannten ihm unsere 2 preferierten Einsatzorte in der Gegend.
Morgens am Info center waren sehr viele Backpacker, Arbeiter und Contractors anzutreffen, die ihre Arbeiter mit aufs Feld nahmen. Unser indischer Freund, der sich "Happy" nannte, wartete allerdings zwar gegenüber der I-site wie er sagte, jedoch auf der anderen Straßenseite .. Als wir zu ihm gingen erfuhren wir erst einmal, dass der Einsatzort in Seddon sei, etwa 50 km von Blenheim entfernt, und nicht wie er sagte "nur" 35 km .. Wir zögerten, wollten allerdings mal die Erfahrung gesammelt haben.
Die Feldarbeit begann begann dann um 8 nach einer kurzen Demonstration wie man was machen solle und dann wurden auch die Reihen an Reben verteilt. Ein Schlag waren 4 Reihen (die Reihen variierten von ~90 bis ~230 Pflanzen) und ich brauchte für eine lange Reihe eine halbe Stunde. Gegen 10 Uhr morgens machten Simon und ich unsere Essenspause, die allerdings eher einer "ich kotz gleich ab gib mir Wasser-Pause" glich. Wir warten fertig, es war heiß, der heißeste Tag! 33 Grad .. Na super, weiter gehts .. Wir bekamen alle einen Sonnenstich, bückten uns über 2000 Mal, eine Französin übergab sich sogar bei der Arbeit und machte dann weiter, Sklaventreiber wie ich bereits sagte ... Während unserer Mittagspause berieten wir uns und beschlossen nicht die 8 Stunden bis 16:30 zu bleiben, sondern abzuhauen. Peter, Simon und ich machten noch meine beiden letzten Reihen zusammen und dann gingen wir. Es war unerträglich heiß! Im Hosten angekommen rechneten wir zusammen, wieviel wir verdient hatten. Simon und ich verdienten zusammen in 5 Stunden reiner Arbeitszeit bei 33 Grad, Sonnenstich und -brand 96 Dollar ... Teilt das durch etwa 1,80 und ihr habt den Euro. Wir beschlossen sofort nicht mehr hinzugehen, haben vorher aber noch unsere Verträge ab (jaa, nach der Arbeit!! Das ist hier so üblich), sagten dem Inder, dass wir nicht mehr kämen am nächsten Tag worauf er nur ganz trocken "no problem" erwiderte. Scheint er wohl gewohnt zu sein! Und da keiner von uns auch nur ansatzweise den Mindestlohn erreicht hatte, wären wir wohl sowieso gefeuert worden.
Unsere Körper sind geschunden, ich habe einen schlimmen Sonnenbrand am unteren Rücken (Shirt ist hochgerutscht bei der Arbeit) und der rechten Schulter/Achsel. Es schmerzt höllisch, eine après sun lotion wurde auch sofort noch gestern Abend gekauft. Ansonsten: mir fällt das Laufen sehr schwer, mein Rücken tut weh, mein Oberschenken, Muskel die ich lang vergaß kamen wieder zum Vorschein - so ein Mist!!!!!

KUSSI
Die Geschundenen

PS.: Andrew kam heute vorbei und meinte wir hätten einen Job für 3 Wochen oder wenn wir wollten auch länger. Was das ist, oder der Lohn etc nannte er uns nicht, er meinte nur er kommt heute Abend noch einmal vorbei und sagt es und Hä??? Ja klar, Leute (wie wir) hören auf nach dem ersten Arbeitstag, sagen erst Abends bescheid (wie wir) und dann muss schnell Ersatz gesucht werden. Nunja, wir werden sehen

Mittwoch, 10. November 2010

Hat jemand Arbeit für uns? Nein?? Niemand??? Wirklich niemand????


Hallo miteinander!

Momentan sind wir auf einer kleinen Farm nahe Blenheim, im Norden der Südinsel in der weltberühmten Weinregion „Marlborough“. Wir übernachten im „Pot-Shed“ mit 4 weiteren Gästen. Unser Ziel ist es so schnell wie nur irgend möglich Arbeit zu finden. Da in Neuseeland gerade eine üble Rezession ist sieht es für Backpacker im Allgemeinen eher schlecht aus, deshalb dachten wir uns wir suchen uns die am schlechtesten bezahlte Arbeit aus die es gibt und versuchen da unser Glück. Doch weit gefehlt meine Damen und Herren, selbst für miesesten Job Neuseelands sind wir anscheinend nicht geeignet… Bei der Arbeit handelt es sich um „bud-rubbing“, bei der man durch die Reihen der Weinreben läuft und am Stamm wachsende Zweige abreist. Pro Tag muss man sich etwa 4000 mal bücken oder man robbt gleich auf seinen Knien durchs Feld, hört sich toll an was? Die Hoffnung ist allerdings, dass man gute 100$ am Tag verdienen kann. Das schlechte ist, wenn man nicht genug Reben am Tag schafft, wird man gehen gelassen, da man pro Pflanze bezahlt wird und aber dennoch auf den Mindestlohn kommen muss. Schafft man dies nicht, so winkt einem der Entlassungsschein entgegen.
Und um so eine tolle Arbeitsstelle zu finden sind wir schon etliche Kilometer gefahren, haben an fast jedem Weingut gehalten und nach Arbeit gefragt. Doch die Antwort war bisher immer nur „Not at the moment“… arghs! Wir geben die Hoffnung dennoch nicht auf, denn mit noch etwas Reserve im Portemonnaie und Sprit im Tank schaffen wir noch die ein oder andere Woche herumzureisen!

Wir melden uns wieder wenn es etwas Neues zu berichten gibt, was allerdings noch eine Weile auf sich warten lassen kann.

Euer Kiwiteam

Mittwoch, 3. November 2010

Ich vergaß!

Ich vergaß etwas ganz wichtiges und aberwitziges zu erwähnen bei meinem letzten Eintrag. Auf der Suche nach einer Arbeit bin ich auf eine Seite gestoßen im Internet, die Leute für die Apfelernte sucht.
Der Lohn: NZ$25 - NZ$32 für 500 kg Äpfel

Ich lag am Boden vor Lachen als ich das las. So stellen die sich das hier vor! Wollen niemanden zum Kaffeekochen oder Putzen und dann sollst du denen für 20 Euro eine halbe Tonne (!!!!!) Äpfel pflücken ...

Mir fehlen die Worte, die haben einfach einen Schuss, und keine Flips!

Fruzsi

Dienstag, 2. November 2010

Wellington, my Dear, was mach ich nur mit dir?

Heute ist es eine Woche her, dass wir hier angekommen sind. In einer Stadt, in der wir noch nicht einmal zum Putzen oder Kaffeekochen eingestellt werden. Wir haben mittlerweile etwa 25 Bewerbungen abgegeben, in allen möglichen Cafés, Restaurants, Putzfirmen was es halt so gibt. Es ist mehr als frustrierend, und so werden wir am Freitag in Richtung Südinsel aufbrechen.
Um uns ein wenig abzulenken sind wir am Samstag auf eine Halloween.Hausparty gegangen, zu der die nette Dame, die uns das Horrorzimmer vermittelte, eingeladen hatte. Es war nett, kleiner als erwartet, aber es gab Alkohol und die Wohnung in einem Hochhaus in der City hatte erstklassige Lage. Wir tranken, hatten Spaß und gingen gegen 2 oder so zurück "nach Hause". Wir machten uns alle nacheinander fertig fürs Bett und wunderten uns noch warum im Badezimmer so weißes Zeug auf dem Fußboden herumliegt .. Nunja, das sollte uns nicht kümmern, denn spätestens am nächsten Morgen erfuhren wir es: Es war der Putz von der Wand! Irgendjemand hatte während einer Halloween Geburtstagsparty im Studentenwohnheim Ein riesengroßes Loch in die Wand geschlagen, sodass man den Arm in das daneben gelegene andere Badezimmer durchstrecken konnte! Alle 3 Bäder auf unserem Stock waren demoliert und wir dachten uns alle nur, wie besoffen wir doch gewesen sein müssen es nachts nicht bemerkt zu haben, dass so ein riesen Loch in der Wand ragt. Das Amusement ging weiter, als wir den Essbereich sahen, zugemüllt, versifft, ekelhaft. Dann heute unsere Küche: Alles voller pinker Siffe, als hätte jemand Himbeersirup in einen Ventilator gegossen und alles verspritzt. (Bilder folgen, sonst glaubt mir die Scheiße hier ja echt keiner!) Alles in Allem ist es zum weglaufen, und das werden wir am Freitag wohl auch machen, wenn wir denn einen Job finden, oder auch nicht.
Heute waren wir auf dem Mount Victoria, dort wurde die Szene "Get off the Road" gedreht, als die Halblinge vor den schwarzen Reitern flüchten ganz zu Beginn. Ich habe mal pauschal jeden Meter fotografiert, und mal wieder einen Stein für meine Sammlung mitgenommen. Morgen werden wir weitere Herr der Ringe Szenen hier in und um Wellington mit dem Auto abklappern, haben ja auch sonst nichts zu tun ...
Ansonsten freue ich mich sehr auf den Hobbit, hier stand jeden Tag auf der Titelseite etwas über den Hobbit in der Wellingtoner Zeitung, das ist schon klasse hier :) Waren heute auch noch am WETA Cave, wo eine wirklich Miniausstellung zu sehen war. Weta Workshops hat ja überall die Finger mit drin! Sogar bei Avatar haben die mitgemischt. Smaug hatten sie auch schon fertig, sieht richtig hammermäßig aus.
Sind danach ein wenig die Straße runtergelaufen und haben dann die richtigen Workshops gesehen und reingeschaut, ich sah einen Balrogkopf an der Wand, dann etwas aus Holz das aussah wie ein Katapult .. Ohoh, für den Hobbit? :)
Wir werden sehen, nun bin ich kaputt und habe keine Lust mehr auf Wellington, es ist hier wirklich nicht schön...

Freitag, 29. Oktober 2010

Wellington und andere Monster

Wir sind nun seit 3 Tagen in Wellington, die Stadt der Enttäuschungen wie ich es gerne nenne. Das Parken hier kann man ruhig als den Vorhof zur Hölle bezeichnen, es ist einfach nur abartig einen Parkplatz zu finden, wenn man nicht gerade Hotelfachkräfte anbettelt auf ihrem Parkplatz stehen zu dürfen. Die erste Nacht hier war auch nicht gerade berauschend, eine Teenie Band hatte hier ein Konzert und unser Hostel war bis auf 3 Betten restlos ausgebucht mit irren, besoffenen Kindern (3 leere Betten von 300!). Wir entschieden uns ins Kino zu gehen und als wir nachts gegen halb 12 zurück liefen fanden wir etwas sehr schauriges vor, direkt vor der Hosteltür: Eine Baustelle! Eine Baustelle an der gearbeitet wurde nachts vor Mitternacht!!!!

Die restlichen beiden Tage haben wir nun damit zugebracht unsere Lebensläufe in der ganzen Stadt zu verteilen. Das muss man sich so vorstellen: Fruzsi steht in der Victoria Street in Wellington City, in jeder Hand ein Stapel CVs (Lebenslauf), da kommt ein Windstoß, sie legt ihren Kopf zurück und lässt die Blätter durch die Stadt wehen! So ungefähr zumindest … Bestimmt 13 Bewerbungen habe ich abgegeben, hauptsächlich in Cafés. Man wird hier allen Ernstes gefragt ob man Erfahrungen im Kaffee kochen hat! Ich habe mich totgelacht, das ist ein Witz! Anscheinend ist das Kaffeekochen hier ein schwieriges Unterfangen, welches eine Ausbildung erfordert. Upps – habe den falschen Beruf gewählt! Man muss hier halt wohl selbst abmessen und die Maschine macht nicht alles automatisch, was ein bisschen an Einlernphase benötigt. Warum auch eine vollautomatische Kaffeemaschine, die leckeren Kaffee kocht in ein Café stellen, wenn man Neuseeländer hat, die den Kaffee selbst zusammenmixen und der dann wie gepresster Mist schmeckt. Wäre ja auch zu blöd.

Durch sehr interessante Zufälle, oder wie ich es gerne nennen mag, Schicksalsfügungen, sind wir bereits heute an unsere neue Bleibe gekommen! Wir liefen durch die Straßen und fragten jemanden auf einer schönen Veranda sitzend ob er denn wisse wo man hier günstig an eine kurzfristige Unterkunft kommt. Allem Anschein nach kennt man sich hier in der Hauptstadt Neuseelands absolut nicht mit Backpackern und ihren Bedürfnissen aus. Der schickte uns zur Uni und wir gingen in ein Büro, das zufällig zu dieser Zeit von Helen besetzt war, die uns nach 15 Minuten ihr Zimmer anbot in dem Studentenwohnheim, das sie managt! Ein Zimmer in einem Studentenwohnheim für 350 Dollar die Woche. Das sind pro Nase etwa 16 Dollar die Nacht (~9Euro) und super Lage mitten in der City! Wir sind und waren ihr so dankbar. Innerhalb von 16 Stunden sind wir dann auch schon eingezogen. Die Waschmaschinen sind kostenlos, der Trockner kostet 1 Dollar, was solls! Was hier ein megagroßes Manko ist, dass trotz kostenlosem Internet, die Neuseeländer, und speziell der Provider für diesen Wohnkomplex, es nicht gebacken bekommen, ein stabiles Netzwerk zustande zu kriegen. Liegt wohl an der mangelnden Konkurrenz, dass das die nicht kümmert, und auch die Studenten hier haben sich wohl damit längt arrangiert, dass mal alle paar Stunden das Internet ausfällt. Zur Zeit ist es hier aber Gott sei Dank leer, da die Prüfungen rum sind und die Ferien beginnen. Lange Rede kurzer Sinn: Ich finds hier scheiße! Ich möchte hier eigentlich nur weg, schnell auf eine Plantage wo ich sicher meinen Mindestlohn die Stunde kassiere und nicht unnötig Zeit vergeude in einer Stadt, die mir weder bei der Jobsuche hilft, noch süßes Popcorn im Kino anbietet!

Fruzsi

Sonntag, 24. Oktober 2010

1886 Meter, 19.4 km, 9 Stunden - Tongariro Crossing

Ja, ab hier wird die Geschichte abenteuerlich. Eines der schönsten Erlebnisse hier in Neuseeland hat sich gestern zu getragen. Simon und ich bestiegen den Berg Tongariro im Tongariro Nationalpark! Die Strecke war insgesamt 19,4 km und dauerte nicht wie geschätzt 7-8 Stunden, sondern 9 Stunden, viele Fotos wollten geschossen werden! Wir waren mehr oder weniger gut/schlecht vorbereitet, ließen uns aber nicht entmutigen - 5 Schichten Pulli, Bananen, Äpfel un viel Trinken sollten für den tag ausreichen. Wir liefen gegen 09:15 morgens los und mussten zunächst 5 km an den Berg heran laufen unter praller Sonne, was mir speziell sehr zu schaffen machte, ehe der steile Aufstieg über die vielen mir verhasste Treppen folgte. Daraufhin kam eine kleine Ebene auf dem Berg und viele weitere Aufstiege über Kämme bis wir am Sattel und somit am Fuße des Mt. Ngauruhoe (Mt. Doom) angelangt sind. Ich erblickte den stolzen Schicksalsberg und war wie geblendet von seiner Schönheit, wie er mich voller Schnee bedeckt anschaute und darauf wartete erklommen zu werden.. Doch dieses Privileg ist bei Schnee nur erfahrenen Bergsteigern vorbehalten, weshalb wir die Wanderung im Sommer noch einmal wiederholen werden, wenn der Berg in seiner vollen schwarzen, düsteren Pracht auf uns herabschaut. Ich schnappte mir noch schnell einen Vulkangesteinsklumpen und packte ihn sorgfältig in meine Tasche - nach der Tour war meine Jackentasche prall gefüllt mir Steinen.
Ab hier wurde der Weg für uns schneeig, wir rutschten und kletterten was das Zeug hielt. Es war nicht ungefährlich, aber machbar. Als wir schließlich den höchsten Punkt unserer Tour erreichten (1886 m) wartete ein unbeschreiblicher Anblick auf uns: eine weiße Ebene, rechts davon türkisfarbene Seen, gesäumt von weiteren mit Schnee bedeckten Bergen! Ein Tal aus Schnee .. Der große See am anderen Ende war leider noch zugefroren, dennoch ein sagenhafter Ausblick. Wir liefen über die weiße Ebene und stiegen einen weiteren Kamm hinauf. Ab da wurde der Weg etwas beschwerlicher, wir liefen um den Berg herum auf einem Weg, der keinen Fehlschritt erlaubte. Es war voller Schnee und ich musste in die Fußstapfen meiner Vorgänger treten, denn "Geht nur einen Schritt fehl, und werden wir scheitern". Gescheitert sind wir natürlich nicht, hochkonzetriert kletterten wir die glatten, glitschigen Bergwände entlang bis wir wieder etwas sichereren Boden unter den Füßen hatten. Kurz darauf kam der Abstieg, das war sehr langwierig. Der Aufstieg war 700m; der Abstieg jedoch 1300 Höhenmeter. Wir brauchten etwa 3 Stunden, es war stetig und sehr anstrengend für die Knie immer abbremsen zu müssen und am Ende waren wir froh am Parkplatz angekommen zu sein. Nicht umsonst wurde dieser Tack als "challenging" (herausfordernd) gekennzeichnet. Doch wir trauten uns und hatten großen Erfolg!

Dieses Erlebnis war der absoluten Wahnsinn und ich bin megaglücklich den mitgemacht zu haben! Der Tongariro Crossing ist zurecht die schönste Tagesroute Neuseelands!
Nach dem Trip waren wir fertig und als ich kurz davor war unter die Dusche zu hüpfen sagte uns der Hostelleiter von Turangi er hätte einen Whirlpool für uns in der Garage vorgeheizt! WOOOOWWW ab rein damit!!!!!!! fast 1 Stunde tummelten wir uns im Whirlpool und genossen diesen schönen Abschluss eines sehr erfolgreichen, erlebnisreichen, abenteuerlastigen Tages!

Die superstolzen und glücklichen Fruzsi und Simon

Die Straße gleitet fort und fort...

Hallo miteinander!

Lange haben wir nun nichtsmehr von uns hören lassen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen haben wir aberhunderte Kilometer auf vier Rädern hinter uns gelassen und zum anderen war WiFi einfach viel zu teuer in den Hostels wo wir waren, ebenso die Bibliotheken und die I-Sites... *würg*

East Cape:
Wir waren am östlichsten Punkt der WELT!!! WHOOOO! Kurz nach der Kotztour nach White Island sind wir gen Osten aufgebrochen. Es erwarteten uns karge Waldlandschaft und kurvige Straßen entlang der Küste... wie überall in Neuseeland... Eine 20Km Schotterstraße führte uns letztendlich zum Leuchtturm. Ein kurzer Aufstieg über 700 Treppenstufen und wir waren da! Es war wirklich ein richtig gutes Gefühl am östlichsten Punkt Neuseelands und der Welt zu sein. Wir haben uns das Ziel gesetzt eines Tages dort zu campen nur um dann die ersten Menschen der Welt zu sein, die den Sonnenaufgang erleben *grins* Nach der abenteuerlichen Fahrt zum Cape wo wir einigen Steinen und Kühen ausweichen mussten ging es weiter nach Süden. Übernachtet haben wir in einem Hostel mit Meerblick, was wirklich ein Augenschmaus war! Doch bevor wir zu besagtem Hostel gekommen sind hatten wir etwa 10 Stunden Fahrt hinter uns und 9 Stunden auch nichts gegessen. Wir sind also fast verhungert... als wir duch eine der vielen Maori-Städte im Osten gefahren sind haben wir es auf der Suche nach einem Restaurant oder einem Supermarkt nichtmehr ausgehalten und eine hießige Dame nach dem Weg gefragt, darauf lachte sie nur und sagte: "I knew you were strangers" was so viel bedeutet wie: "Man sieht uns an, dass wir nicht von hier kommen". Sie war so nett und ist sogar den Weg mit dem Auto vorgefahren... was letztendlich an einem Schnellimbiss stand geendet hat, wo Fruzsi 2 Sandwiches und ich einen Burger mit viel Pommes gegessen haben. Leichte Magenschmerzen waren die Folgen... aber hundertmal besser als Hunger!

Gisborn und Napier:
Unser Weg führte uns weiter durch Gisborn. Dort haben wir einen Ölwechsel vornehmen müssen der uns tatsähclich 120 NZD gekostet hat... aber was tut man nicht alles wenn ein Lämpchen aufleuchtet... Am selben Tag sind wir noch in Napier angekommen. Eine wirklich schöne Stadt mit viel Charme. Viele Gebäude sind im Art-Deco Stiel. Lilla, dir würde es hier sehr gefallen *grinst* Wir haben einen 1 1/2 Stunden Stunden Spaziergang durch die Innenstadt anhand unseres Reieseführers gemacht. Napier hat bei Fruzsi vermutlich mehr Eindruck gemacht als bei mir. Einig sind wir uns aber dennoch dass wir eines Tages mit mehr Zeit hierher zurückkommen werden *grinst*

Taupo:
Nach Napier sind wir nach Taupo gefahren, weg von der Küste und dem Meer und ab an den riesen See mitten in Neuseeland. Das Wetter war wechselhaft aber durchschnittlich sonnig. In Taupo haben wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall gewagt. Auf dem Weg dorthin gab es wieder heisse Quellen, ähnlich dem Hot Water Beach wurde auch hier Quellwasser von einem kleinen Bach erhitzt. Wir haben die Chance nicht verstreichen lassen und sind in das kleine Becken mit einem ebenso kleinen Wasserfall gehupft. Es war wirklich sehr erholsam.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Taurangi und ab hier will Fruzsi die abenteuerliche Geschichte weitererzählten....

Euer Kiwiteam

Montag, 18. Oktober 2010

White Island - Zum Kotzen!

White Island ist Neuseelands einzige aktive Vulkaninsel und vielleicht die meist besuchte der Erde. Der vollständige Māori-Name für diese Insel ist: „Te Puia o Whakaari“ (kurz: Whakaari), was „der dramatische Vulkan“ oder auch „sichtbar machen“ heißt. Viele Wissenschaftler, Vulkanologen sowie auch Touristen besuchen jährlich diese Insel. Eine Wanderung auf White Island erinnert an einen Gang auf dem Mond oder auf der Oberfläche des Mars. Überall entweicht aus zischenden Fumarolen schwefliger Dampf. Daher ist die Oberfläche des Vulkans mit ausgeschiedenem hellgelbem Schwefel bedeckt. Diese Schwefelablagerungen wurden von der Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Schwefelmine gewerbsmäßig abgebaut. In der bizarren Mondlandschaft gibt es außer einer kleinen Tölpelkolonie kein Leben.
Im März 2000 entstanden drei kleine Öffnungen im Hauptkrater, die zur Folge hatten, dass der Vulkan Asche auszustossen begann. Er überdeckte die ganze Insel mit feinem, grauem Staub. Eine Eruption am 27. Juli. 2000 schließlich bildete einen neuen Krater. Es ist Vorschrift, dass sich Besucher nur mit festem Schuhwerk sowie einer mitgeführten Atemschutzmaske sowie einem Schutzhelm auf der Insel bewegen dürfen.

Quelle: Wikipedia



Da waren wir also, warteten seit gestern Abend auf das "Go" ob der Trip stattfinden würde. Ob wir zur White Island fahren könnten oder nicht hing nicht etwa vom Wetter ab, sondern vom Wind. Es kam dann um 19 Uhr ein Anruf, dass wir bis zum Morgen 8 Uhr warten müssten, sie könnten es noch nicht sicher sagen. Also sind wir sehr früh aufgestanden und haben uns mehr oder weniger auch schon auf eine Abreise aus Whakatane gefasst gemacht, denn White Island war der einzige Grund für uns, um hierherzukommen. Dann kam das OK und wir freuten uns richtig! Wir freuten uns auf das gemütliche Herumschippern über 1,5 Stunden, wussten wir doch, dass die Bay of Islands Fahrt gemütlich und eigentlich nur sehr windig war. Nichts da ... Die Hölle begann ... Wir fuhren auf rauer See gegen die Wellen, es war kaum auszuhalten. Wir lehnten uns alle gegen die Reling an der Rückseite des Bootes, denn vorne war der ganze Bereich nass, die Wellen waren pervers hoch und machten uns alle nass. Die beiden Jungs setzten sich nach einer Weile hin, aber ich konnte mich nicht bewegen, jede Änderung meiner Körperposition brachte mich zum Würgen. Ein Crewmitglied fragte mich ein paarmal sehr fürsorglich ob alles ok sei, und nach dem zweiten Mal bat ich um eine Tüte .. Ich setzte mich hin, und hielt sie in der Hand. Um mich herum sammelten die anderen Crewmitglieder Kotztüten von den Passagieren ein und reichten sie vor meiner Nase weiter um sie neben mir in den Mülleimer zu schmeißen. Es war einfach nur furchtbar. Meine Hose war klitschnass, das war alles sowas von egal. Mein Gesicht war ganz nass von den Wellen, die aufs Boot und mir ans Gesicht schwappten und ich schmeckte den Salz in meinem Mund. Ich gab mir Mühe, meinen Speichel mit dem Salz nicht zu schlucken, und wollte ihn in die Tüte spucken - und verfehlte. Während ich also das salzige Wasser aus meinem Mund von meiner Jacke wischte, bemerkte ich, dass ich meine Konzentration verloren hatte. Ich starrte die ganze Zeit auf den Ozean, auf keinen richtig fixen Punkt, ich starrte nur vor mich hin, ohne mich zu bewegen. Und dann überkam es mich, wie fast alle Passagiere. Uns ging es hundeelend, alle drei von uns mussten sich übergeben. Mir ging es danach im Gegensatz zu Simon richtig schlecht. Als wir dann endlich auf die Insel konnten wurde uns vorher Brot und Suppe gereicht, ein Bissen reichte mir vollkommen. Was wir allerdings dankend annahmen waren Reisetabletten gegen Seekrankheit, nach denen ich bat. Wir setzten also die Atemmaske und den Schutzhelm auf und gingen an "Vulkan". Was wir da sahen war der Hammer, überall kamen Dämpfe aus dem Boden, brodelnder Schwefel und das atmen fiel mir trotz Maske sehr schwer. Ich war die Erste, die die Maske auf- und die Letzte, die sie absetzte. Ich ging zu einem Crewmitglied, da die Dämpfe trotz Maske sehr beißend waren in meinem Mund und meiner Nase. Er kümmerte sich daraufhin um mich und fragte öfter, ob alles in Ordnung sei mit mir und meiner Maske. Es war alles ok und ich war wohl nur zu empfindlich, denn die Crewmitglieder liefen alle ohne Masken rum!
Die Tour dauerte auch etwa 1,5 Stunden und war sehr interessant, wir machten wieder massig Bilder - wann darf man sonst auf einem aktiven Vulkan herumlaufen! Wir sahen mit Schwefel bedeckte zerküfltete Berglandschaft, einen Riesenkrater, und Dampf. Uns war immernoch flau im Magen und der Gedanke an die Rückfahrt machte es nicht besser. Ich erwog ernsthaft 400 Dollar für einen Helikopterflug zurück zu bezahlen, da würde ich wohl auch kotzen, aber die Reise dauerte nicht so lange. An Bord bekamen wir dann ein Lunchpaket, Eiersandwich! Oh Gott! Ich aß das brav genauso wie das Stück Apfel und Banane und einen Schokoriegel, immer schön energiereiches Essen. Uns wurde gesagt, dass die Rückfahrt besser sei, da wir auf dem Weg zur Insel gegen die Wellen fuhren und somit auf und ab schwankten, auf dem Weg zurück mit der Welle fuhren und somit "nur noch" hin und her schwanken würden. So war es dann auch, ich kauerte mich wieder auf die Rückseite des Bootes in eine Ecke, meine Ersatzhose, die ich bei der Ankunft auf der Insel von der Crew bekam, war auch da wieder nass und ich fror. Mein Arsch tat weh und mein Rücken auch, 1,5 Stunden starr sitzen und auf die Insel glotzen wie sie vor dir immer kleiner wird ist sehr mühsam. Ich fragte nach einem Handtuch, um meine Beine zu bedecken als so eine gewaltige Welle über die Seite kam, dass meine linke Seite ganz nass wurde. Wir schwankten was das Zeug hielt, aber diesmal sah ich nur noch 2 Kotztüten, die an mir vorbeigetragen wurden. Sehr schön, sie die Crew hatte also recht. Ich dachte mir die ganze Zeit, fuck drauf dass ich bis auf die Knochen nass werde oder krank oder mein Haar ganz salzig ist, Hauptsache ich übergebe mich nicht wieder. Und dafür haben wir 100 Euro bezahlt, um 2/3 des Trips mit gereiztem Magen und Brechreiz auf dem Ozean zu schippern. Morgen lache ich vielleicht darüber, aber nach den letzten 3 Tagen des Raftings, Mega-Katers, und Kotzorgie auf dem Boot möchte ich einfach nur noch meine Ruhe haben!

Fruzsi + Simon (der ein "Kompliment" von einem Crewmitglied bekam, nachdem er ihm seine volle Tüte reichte: "Oh what a load!")

Sonntag, 17. Oktober 2010

Hangi, Hangover, Water Rafting, Kiwis und mehr


Die letzten Tage waren wir in den beiden Städten Tauranga und Roturua. In Tauranga haben wir eine Holländerin wiedergetroffen die wir zuvor in Hahei kennengelernt hatten (der Ort mit dem Hot Water Beach). Zusammen waren wir im Kino, in „De Bier Haus“ was trinken und haben einen Berg bei fast strömendem Regen erklommen. Wir waren aus der Puste, ¾ des Berges war sehr steil und es kostete uns viel Kraft oben anzukommen. Die Aussicht war sehr vernebelt und der Schotterweg voller Schafsextremente… Hat sich nicht gelohnt dort hoch zu laufen, aber alles in allem waren es sehr schöne zwei Tage in Tauranga.
In Rotorua waren wir ebenfalls zwei Tage. Die Stadt stinkt und das ist kein Witz! Aufgrund von thermischen Ausdünstungen überall in der Stadt riecht es unbeschreiblich nach faulen Eiern… manchmal kommt einem ein Schwall Eiergeruch in die Nase, dass man beinahe erbrechen muss… Wirklich seltsam das es in Rotorua noch Einwohner gibt…
An unserem ersten Tag haben wir den Geruch hinter uns gelassen und nach Mitai, einem nachgebauten Maori-Dorf gefahren. Es war ein gebuchter Abend von etwa 3,5 Stunden. Etwa 60 Gäste waren dabei als uns die Geschichte, die Tradition, die Tänze und die Lieder der Maori nähergebracht worden sind. Natürlich gab es auch den berühmten Haka, den maorischen Kriegstanz zu sehen! Wirklich beeindruckend. Das nächste Mal sehen wir ihn hoffentlich bei einem All Blacks Rugby-Spiel! Nach der „kulturellen Vorführung“ auf der Bühne wurden wir noch zu einem traditionellen Hangi „All you can eat“ Essen eingeladen! Es sei nur so viel gesagt, dass wir danach unsere Gürtel um jeweils zwei weitere Löcher erweitern mussten – Fruzsi hatte ihren Gürtel nicht einmal an. Am Tisch gegenüber saßen Cathryn und Cathal, eine Waliserin und ein Ire. Wir haben uns sehr gut mit dem Pärchen verstanden und erfuhren, dass sie am nächsten Tag morgens eine Water Rafting mitmachen. Also setzten wir alles daran, es auch zu der Zeit machen zu können, zumal wir schon den Tag über uns überlegten bei welcher Tour wir das buchen sollten und und und. Also haben wir uns getraut ein Wildwasserrafting mitzumachen. Jori, unsere oranje Freundin aus Tauranga hatte es uns empfohlen und wir dachten uns nur „No Risk, no Fun“! Die Raftingfahrt dauerte nur etwa 40 Minuten aber sie hatte es in sich… Der absolute Höhepunkt war der 7 Meter Wasserfall den wir runtergespült wurden! 7 Meter!!! Wau, was eine Gaudi, es war Nervenkitzel pur! Fruzsi, Cathryn, Cathal, Peter und ich hatten sehr viel Spaß. Der absolute Adrenalinkick!! Es hat so viel Spaß gemacht, wir lernten zu paddeln und auch wenn Cathal unsere Leiterin anfangs nervös machte (jaaaa, das sagte sie, weil er immer falsch paddelte), so wurden uns nicht, wie mehr oder weniger angekündigt Zähne ausgeschlagen oder sind mit dem Boot umgekippt.
Am Abend haben wir fünf uns zusammen mit einem Schweden getroffen und sind was Essen und einen Trinken gegangen. Es war ein wirklich schöner Abend auch wenn Fruzsi ein wenig zutief ins Weinglas geschaut hat und wir deshalb die Checkout Zeit beim Hostel des folgenden Tages nicht ganz einhalten konnten. Fruzsi: Der Kater kam sehr überraschend und hatte es den ganzen Tag in sich .. Jetzt noch …

Momentan sind wir in Whakatane und wollen ein Trip auf „White Island“ mitmachen. Teuer aber das Geld wert ist unser Gedanke. Immerhin ist das ein aktiver Vulkan nördlich von Whakatane, das ist ein Muss, wenn man in Neuseeland ist.
Mehr von Whakatane und White Island in den kommenden Tagen

Euer Kiwiteam

Donnerstag, 14. Oktober 2010

HOBBITON

Meine lieben Freunde, es war so weit!!!!!


Nachdem wir in Raglan waren, an der Westküste und an den Bridal Veil Falls Wasserfall (Bilder folgen) fuhren wir nach MATAMATA, einem Drehort für den Herrn der Ringe, um die Originalschauplätze für Hobbingen zu besichtigen. Der ganze Spaß dauerte 66 Dollar pro Nase und dauerte 2 Stunden!

Es war atemberaubend!!!! Wir sahen den Partybaum, die Höhlen von Sam und Frodo!!!!! Wir durften alles anfassen und fotografieren und posen und alles. Ich kann kaum Worte dafür fassen, so sehr aus dem Häuschen bin ich! Wir sahen die Brücke, auf der Ian McKellen (Gandalf) mit der Kutsche entlang fuhr, den Hügel auf dem Sam und Frodo stehenbleiben als sie losziehen und Sam meint, er wäre noch nie so weit von zu Hause weggewesen (Jaaaaa, das war in Hobbingen!!!!). Ich riss mir sogar ein Büschen Gras raus und nahm einen Stein mit, zum Glück sah das niemand, denn sie waren gerade mitten in den Bauarbeiten und es war verboten auf dem Gras zu laufen oder es zu bestätigen, da es neu bepflanzt wurde für den Hobbit. Wir sahen die Rekonstruktionen der Höhlen!!! Und NEUE HÖHLEN!! Wir dürfen auch leider keine Bilder online stellen, das ist streng vertraulich und das mussten wir auch unterschreiben, aber eines kann ich sagen: Die neuen Höhlen sind megaschick :-)

Wir erkannten auch dieselben Bäume aus den Filmen, einen kleinen "Filmfehler", der immernoch da stand, dieselben Schafe ..

Die Leute bauen und machen und tun, und sind nicht einmal sicher, ob der Hobbit da gedreht wird, die Diskussionen sind immernoch beständig .. Leider ..

Im Sommer gehen wir wieder dorthin, es war megageil zu sehen wir das alles gebaut wird, auf dem Boden zu laufen, unser Tour Guide Theresa war einfach nur klasse und im Sommer sind dann wohl alle Hobbithöhlen mit Gras bedeckt (wie die das machen ist auch sehr witzig ;) )

Alles in Allem war das DER HAMMER; GEIL; EINFACH NUR UNBESCHREIBLICH UND ICH MÖCHTE WIEDER DORTHIN; ICH VERMISSE HOBBITON IN MATAMATA!!!!!!


Liebe Grüße von einer aufgebrachten Hobbitwahnsinnigen, in Matamata lebenwollenden, sich in Wellington bewerbenden Fandame und einem verrückten, fotogenen, Herr der Ringe Wahnsinnigen, Matamata-Fanliebenden Fan :-D