Montag, 18. Oktober 2010

White Island - Zum Kotzen!

White Island ist Neuseelands einzige aktive Vulkaninsel und vielleicht die meist besuchte der Erde. Der vollständige Māori-Name für diese Insel ist: „Te Puia o Whakaari“ (kurz: Whakaari), was „der dramatische Vulkan“ oder auch „sichtbar machen“ heißt. Viele Wissenschaftler, Vulkanologen sowie auch Touristen besuchen jährlich diese Insel. Eine Wanderung auf White Island erinnert an einen Gang auf dem Mond oder auf der Oberfläche des Mars. Überall entweicht aus zischenden Fumarolen schwefliger Dampf. Daher ist die Oberfläche des Vulkans mit ausgeschiedenem hellgelbem Schwefel bedeckt. Diese Schwefelablagerungen wurden von der Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Schwefelmine gewerbsmäßig abgebaut. In der bizarren Mondlandschaft gibt es außer einer kleinen Tölpelkolonie kein Leben.
Im März 2000 entstanden drei kleine Öffnungen im Hauptkrater, die zur Folge hatten, dass der Vulkan Asche auszustossen begann. Er überdeckte die ganze Insel mit feinem, grauem Staub. Eine Eruption am 27. Juli. 2000 schließlich bildete einen neuen Krater. Es ist Vorschrift, dass sich Besucher nur mit festem Schuhwerk sowie einer mitgeführten Atemschutzmaske sowie einem Schutzhelm auf der Insel bewegen dürfen.

Quelle: Wikipedia



Da waren wir also, warteten seit gestern Abend auf das "Go" ob der Trip stattfinden würde. Ob wir zur White Island fahren könnten oder nicht hing nicht etwa vom Wetter ab, sondern vom Wind. Es kam dann um 19 Uhr ein Anruf, dass wir bis zum Morgen 8 Uhr warten müssten, sie könnten es noch nicht sicher sagen. Also sind wir sehr früh aufgestanden und haben uns mehr oder weniger auch schon auf eine Abreise aus Whakatane gefasst gemacht, denn White Island war der einzige Grund für uns, um hierherzukommen. Dann kam das OK und wir freuten uns richtig! Wir freuten uns auf das gemütliche Herumschippern über 1,5 Stunden, wussten wir doch, dass die Bay of Islands Fahrt gemütlich und eigentlich nur sehr windig war. Nichts da ... Die Hölle begann ... Wir fuhren auf rauer See gegen die Wellen, es war kaum auszuhalten. Wir lehnten uns alle gegen die Reling an der Rückseite des Bootes, denn vorne war der ganze Bereich nass, die Wellen waren pervers hoch und machten uns alle nass. Die beiden Jungs setzten sich nach einer Weile hin, aber ich konnte mich nicht bewegen, jede Änderung meiner Körperposition brachte mich zum Würgen. Ein Crewmitglied fragte mich ein paarmal sehr fürsorglich ob alles ok sei, und nach dem zweiten Mal bat ich um eine Tüte .. Ich setzte mich hin, und hielt sie in der Hand. Um mich herum sammelten die anderen Crewmitglieder Kotztüten von den Passagieren ein und reichten sie vor meiner Nase weiter um sie neben mir in den Mülleimer zu schmeißen. Es war einfach nur furchtbar. Meine Hose war klitschnass, das war alles sowas von egal. Mein Gesicht war ganz nass von den Wellen, die aufs Boot und mir ans Gesicht schwappten und ich schmeckte den Salz in meinem Mund. Ich gab mir Mühe, meinen Speichel mit dem Salz nicht zu schlucken, und wollte ihn in die Tüte spucken - und verfehlte. Während ich also das salzige Wasser aus meinem Mund von meiner Jacke wischte, bemerkte ich, dass ich meine Konzentration verloren hatte. Ich starrte die ganze Zeit auf den Ozean, auf keinen richtig fixen Punkt, ich starrte nur vor mich hin, ohne mich zu bewegen. Und dann überkam es mich, wie fast alle Passagiere. Uns ging es hundeelend, alle drei von uns mussten sich übergeben. Mir ging es danach im Gegensatz zu Simon richtig schlecht. Als wir dann endlich auf die Insel konnten wurde uns vorher Brot und Suppe gereicht, ein Bissen reichte mir vollkommen. Was wir allerdings dankend annahmen waren Reisetabletten gegen Seekrankheit, nach denen ich bat. Wir setzten also die Atemmaske und den Schutzhelm auf und gingen an "Vulkan". Was wir da sahen war der Hammer, überall kamen Dämpfe aus dem Boden, brodelnder Schwefel und das atmen fiel mir trotz Maske sehr schwer. Ich war die Erste, die die Maske auf- und die Letzte, die sie absetzte. Ich ging zu einem Crewmitglied, da die Dämpfe trotz Maske sehr beißend waren in meinem Mund und meiner Nase. Er kümmerte sich daraufhin um mich und fragte öfter, ob alles in Ordnung sei mit mir und meiner Maske. Es war alles ok und ich war wohl nur zu empfindlich, denn die Crewmitglieder liefen alle ohne Masken rum!
Die Tour dauerte auch etwa 1,5 Stunden und war sehr interessant, wir machten wieder massig Bilder - wann darf man sonst auf einem aktiven Vulkan herumlaufen! Wir sahen mit Schwefel bedeckte zerküfltete Berglandschaft, einen Riesenkrater, und Dampf. Uns war immernoch flau im Magen und der Gedanke an die Rückfahrt machte es nicht besser. Ich erwog ernsthaft 400 Dollar für einen Helikopterflug zurück zu bezahlen, da würde ich wohl auch kotzen, aber die Reise dauerte nicht so lange. An Bord bekamen wir dann ein Lunchpaket, Eiersandwich! Oh Gott! Ich aß das brav genauso wie das Stück Apfel und Banane und einen Schokoriegel, immer schön energiereiches Essen. Uns wurde gesagt, dass die Rückfahrt besser sei, da wir auf dem Weg zur Insel gegen die Wellen fuhren und somit auf und ab schwankten, auf dem Weg zurück mit der Welle fuhren und somit "nur noch" hin und her schwanken würden. So war es dann auch, ich kauerte mich wieder auf die Rückseite des Bootes in eine Ecke, meine Ersatzhose, die ich bei der Ankunft auf der Insel von der Crew bekam, war auch da wieder nass und ich fror. Mein Arsch tat weh und mein Rücken auch, 1,5 Stunden starr sitzen und auf die Insel glotzen wie sie vor dir immer kleiner wird ist sehr mühsam. Ich fragte nach einem Handtuch, um meine Beine zu bedecken als so eine gewaltige Welle über die Seite kam, dass meine linke Seite ganz nass wurde. Wir schwankten was das Zeug hielt, aber diesmal sah ich nur noch 2 Kotztüten, die an mir vorbeigetragen wurden. Sehr schön, sie die Crew hatte also recht. Ich dachte mir die ganze Zeit, fuck drauf dass ich bis auf die Knochen nass werde oder krank oder mein Haar ganz salzig ist, Hauptsache ich übergebe mich nicht wieder. Und dafür haben wir 100 Euro bezahlt, um 2/3 des Trips mit gereiztem Magen und Brechreiz auf dem Ozean zu schippern. Morgen lache ich vielleicht darüber, aber nach den letzten 3 Tagen des Raftings, Mega-Katers, und Kotzorgie auf dem Boot möchte ich einfach nur noch meine Ruhe haben!

Fruzsi + Simon (der ein "Kompliment" von einem Crewmitglied bekam, nachdem er ihm seine volle Tüte reichte: "Oh what a load!")

2 Kommentare:

Fée hat gesagt…

dann wirds mal zeit zu chillen, nach all dem Abenteuer ;) viel spass noch und entspannt Euch schön! puszi

Big Brother hat gesagt…

Eine Seefahrt die ist Lustig, eine Seefahrt die ist Schön XD

Simon hat sich bestimmt ein bischen wie Dirk Pitt gefühlt ;-)

lg
Bernd